Prora als Ganzes erleben
Prora als bauhistorische Sensation und als neu belebter Urlaubsort
ist nur zu begreifen, wenn man die Anlage in ganzer Länge land-
wie seeseitig in gebotener Einheitlichkeit erfahrbar macht, von den
Anfängen bei Binz bis zu den Ruinen im Norden. Diesen Respekt
sind wir der sozialen Größe des Baugedankens schuldig,
der es erstmals anstrebte, einer großen Anzahl von Menschen
zu erschwinglichen Preisen den Genuß von Strand, Meer und Seeluft
zu ermöglichen. Um das durchaus Positive dieses Gedankens wieder
zu beleben gilt es, das Kasernenartige, den Schrecken seiner sozialistischen
Ära zu entfernen und Platz zu machen für eine Anmutung,
welche es schafft, den vergangenen Größenwahn als historisches
Zeugnis anzunehmen und ihn in einen Kontext individueller Wahrnehmung
einzubinden. Eine Anmutung, welche dabei die Größe aufbringt,
jede Fragmentierung und Verniedlichung des Komplexes zu vermeiden.
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Denkmalschutz
Die Gebäudesubstanz ist strukturell von hoher Qualität und
Flexibilität. In ihrem Volumen können sämtliche Nutzungsbedürfnisse
einer Jugendherberge oder Jugendhotels befriedigt werden. Prothesen
in Form von “zeitgemäßen” Anbauten können
Prora erspart bleiben. Neubauten ließen den Altbau “alt”
aussehen, wären Eingriffe in seine Würde.
Minimierte Kosten
Größtmöglicher Substanzerhalt, bescheidene Oberflächenveredelung,
Vermeidung statisch abzufangender, strukturfremder Eingriffe und Verwendung
serieller Einbauten sind der Schlüssel zu einem kostengünstigen
Umbau. Ein solcher Entwurfsansatz deckt sich mit der strukturellen
Logik von Prora.
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