Der Übergang ins neue Jahrtausend vollzieht sich in einer beschleunigten
Entmaterialisierung von Lebensraum und Warenwelt. Nutzungen werden
kurzlebiger, Gebäude als Form gewordene Materie treten zurück.
Immaterielle Ereignisse und Erlebnisse nehmen ihren Platz ein. Der
Deutsche Pavillon für die EXPO 2000 ist ein solches Ereignis,
das Erlebnisse immaterieller Art möglich macht.
Von der EXPO-Plaza aus erscheint der Pavillon als ein durch einen
Spalt durchschnittenes Wolkenfeld. Das lichtleere Innere übt
einen Sog aus, läßt den Nebelfilm der Schwerkraft folgend
wie in einem schwarzen Loch verschwinden.
In der zentralen Halle zeigt sich das an der Oberfläche noch
verborgene Wesen des schwarzen Spaltes. Es imaginiert ein Universum
des Immateriellen. Zwei transparente Flächen aus
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hauchdünnen Folienspiegeln bilden den technischen Rahmen der
Raumimagination. Abhängig von den Lichtverhältnissen sind
auf den Spiegelflächen drei verschiedene Bildwelten sichtbar:
- Die Ausstellungshalle vor den Spiegeln mit seinen Besuchern und
Ausstellungsobjekten. / Realität /
- Der Raum zwischen den Spiegeln. / unendlicher imaginärer Raum
technischer Objekte /
- Der Raum hinter den Spiegeln.
/ Halluzinationen aus Projektionen und Bildinstallationen /
Diese drei Bildwelten können einzeln erscheinen oder mit anderen
überlagert werden. Eine Choreographie des Immateriellen entsteht,
Mensch, Natur und Technik verweben in einem sich ständig wandelnden
Bild.
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