Netto-Nutzfläche: 17.380 qm mit
800 EDV - Büroarbeitsplätzen
Planung/Realisation: 6/2002 - 3/2003
Bauherr: G. Eggerbauer
Mieter: Bayer Business Services
Alte Seilerei (1912/13) und Neue Seilerei (1955/56) des Kölner
Industrieunternehmens Felten & Guilleaume dienten als mehrgeschossiger
Hallenbau mit etwa 230m Länge bis in die 90er Jahre der Produktion
von Seilen und Kabeln. Ende Juni 2002 wurde d.n.a Köln beauftragt,
eine Umnutzung des Komplexes zu technisch und gestalterisch hochwertigen
Büroflächen innerhalb eines extrem engen Zeitfensters von
9 Monaten und innerhalb eines engen Kostenrahmens von 400 EUR/m2 NNF
zu ermöglichen.
Die Grundstruktur hoher langgestreckter Hallen imposanter Linearität
mit baukonstruktiv zweckmäßiger, raster- und materialbetonter
Ausprägung legte die Ausrichtung der gestalterischen Prämissen
nahe: Linearität und Selbstverständlichkeit. Geradlinige
Flure mit industriellem Habitus als prägendes Element der neuen
Nutzung, Orientierung an vorhandenen Achsen und Farbigkeit des Bestandes.
Dabei sollten historische Oberflächen mit ihren jeweiligen Gebrauchsspuren
weitgehend unverkleidet erhalten werden.
|
Kölner Architekturpreis 2003
Die Flure, die nun die gesamte Länge des Gebäudes von Stirnseite
zu Stirnseite erlebbar machen, sind das neue Rückgrat der Anlage.
Großformatige Eichenholz-Türelemente, aufgereiht im Wechselspiel
mit rahmenlosen Glasflächen entlang endlos anmutender Stahlschienen,
lassen die Flure in ständig gleitender Bewegung auf dem homogenen
Industrieparkett erscheinen.
Für den Innenausbau wurden nur Farben gewählt, die der Gebäudebestand
bereits vorgab: das Rotbraun der Ziegel, das Sandgrau der Fugen und
Betonteile, das Dunkelgrau der Beton- und Stahltreppen. Ausgehend
von den monolithisch roten Klinkertreppenhäusern wurden sämtliche
Erschliessungszonen homogen rot gestaltet, so dass sie nun die Reihungen
sandgrau gestrichener Büros gliedern.
Die Intergration neuer Fensterflächen in die horizontal strukturierten,
denkmalpflegerisch schützenswerten Fassaden der Neuen Seilerei
wurde für einen unmittelbaren Ausblick ins Freie notwendig. Flächenbündig
zum Klinker eingebaut rhythmisieren nun rahmenlose Festverglasungen
diese Bandstruktur, durch die Wahl einer rotbräunlichen äußeren
Glasscheibe dem Farbton des Klinkers angenähert.
|